Mobbing

Stark sind die, die sich Hilfe holen

In fast jeder Schulklasse gibt es Mobbing. Wie Betroffene damit umgehen, ist ganz unterschiedlich. Wir brechen ein Tabu und zeigen: Hilfe anzunehmen gehört zu den wertvollsten Entscheidungen, die du treffen kannst, wenn du von anderen gemobbt wirst.

Es ist okay, um Hilfe zu bitten.
von Zeichen gegen Mobbing e.V.
08.09.2020

Bevor du den Beitrag liest: Der Artikel enthält sensible Inhalte, die bei Dir womöglich etwas auslösen oder anstoßen könnten.

Mit Zeichen gegen Mobbing e. V. machen wir uns für ein besseres Miteinander an Schulen stark. In unserer täglichen Arbeit an Schulen sehen wir, dass es in fast jeder Klasse Mobbing gibt.

Große Hürden bei Mobbing

Ein wenig Spaß im Umgang untereinander gehört in der Schule dazu, um den Unterricht, nervige Situationen und ätzende Klassenarbeiten auszuhalten. Ein Problem wird es dann, wenn das immer wieder die gleiche Person abbekommt und sie das nicht mehr lustig findet. Anders als bei einem Streit oder Konflikt löst sich eine Mobbingsituation nicht von selbst. Sich als betroffene Person Hilfe zu holen, kann viel Überwindung kosten.

Wir bekommen leider immer wieder mit, dass Betroffene ihre aktuelle Situation zu akzeptieren scheinen: Manche glauben, dass es in Ordnung ist, wenn sie jeden Tag fertiggemacht werden. Das ist es nicht! Andere haben Angst, dass es noch schlimmer wird, wenn sie darüber reden. Einige wissen auch einfach nicht mehr, mit wem sie noch über ihre Situation sprechen sollen, um endlich die Hilfe zu erhalten, die sie sich wünschen.

Das Potenzial von Hilfe

Das Gefühl, wenn sich die ganze Klasse gegen die eigene Person stellt, kann sehr schwierig sein. Sich in einer Mobbingsituation schlecht zu fühlen oder unglücklich mit sich oder der Situation zu sein, ist völlig verständlich. Viele Betroffene glauben aber, dass sie auch selbst schuld an ihrer Situation sind oder sie es verdient haben, sich schlecht zu fühlen. Niemand hat das verdient und du bist nicht schuld daran, dass andere dich fertigmachen.

Uns ist es umso wichtiger, dass Kinder und Jugendliche, die Hilfe brauchen, auch Hilfe erhalten. Denn was du verdient hast, ist eine gute Schulzeit! Der erste Schritt ist es, darüber zu reden. Sich einer vertrauten Person zu öffnen, wird in den allermeisten Fällen nichts verschlimmern. Man arbeitet zusammen an einer Lösung. Gehandelt werden sollte nur, wenn du als betroffene Person auch damit einverstanden bist. Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst. Deshalb gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen.

Hilfe im privaten Umfeld

Der Weg, der für viele etwas leichter fällt, ist mit einer Person darüber zu sprechen, die man gut kennt. Mit Eltern und Freund*innen kann man besprechen, dass Erzähltes nicht weitererzählt werden soll. Sie können ein offenes Ohr für dich haben und gemeinsam mit dir überlegen, welche nächsten Schritte man einschlägt. Auch können sie dir dabei helfen, diese Schritte mit dir zu gehen. Das kann eine große Unterstützung sein.

Hilfe in der Schule

Oft lässt sich in der Schule besser darüber reden, was man in einer Mobbingsituation machen kann. Eltern und Freund*innen haben zumeist weniger Möglichkeiten, zu handeln, als es sie in der Schule gibt.

An vielen Schulen sind Schulsozialarbeiter*innen, die perfekt geeignet sind, um sich jemandem zu öffnen. Sie sind sogar verpflichtet, sich an die Schweigepflicht zu halten. Aber auch Vertrauenslehrer*innen oder Klassenlehrer*innen können Ansprechpersonen für dich sein und dir zeigen, wie deine Situation verbessert werden kann.

Hilfe bei professionellen Anlaufstellen

Nicht alle machen beim ersten Versuch die Erfahrung, dass das private Umfeld oder die Schule etwas an der eigenen Situation verändern konnte. Profis können deine Situation noch einmal aus anderer Sicht beurteilen und gemeinsam mit dir überlegen, warum bisherige Lösungsansätze nicht erfolgreich waren und was für deine Situation besser geeignet ist. Schließlich ist jede Situation anders.

Bei krisenchat.de kannst du offen über deine Probleme sprechen. Auch unser Team von Zeichen gegen Mobbing e. V. hat für dich jederzeit ein offenes Ohr und bietet dir Unterstützung an. Wir konnten in der Vergangenheit schon vielen betroffenen Schüler*innen erfolgreich helfen. Zusammen können wir es schaffen, dass es auch dir schon bald wieder besser geht.

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