5 Tipps für mentales Wohlbefinden in der Corona Situation

Besonders die Psyche leidet unter den momentanen Corona-Einschränkungen und wir haben mit negative Gefühlen zu kämpfen. Um diesen Gefühlen entgegenzuwirken, hat Christina Stommel 5 Tipps für mentales Wohlbefinden in der Corona Situation für dich!

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Mehr Tipps für die Bewältigung der Coronakrise findest du auf der Website der BARMER.

Christina Stommel

Corona stellt unser gewohntes Leben noch immer auf den Kopf. Wir müssen uns einschränken, Regeln befolgen und so viele Dinge, auf die wir uns gefreut haben, immer wieder in die Zukunft verschieben. Das ist sehr frustrierend - gleichzeitig ist es notwendig, denn wir alle wollen zurück zu unserem „normalen“ Leben. Besonders die Psyche leidet unter den Einschränkungen und wir haben mit negative Gefühlen zu kämpfen. Um diesen Gefühlen entgegenzuwirken, hat Christina Stommel 5 Tipps für mentales Wohlbefinden in der Corona Situation für dich!

“Wie geht es dir gerade?” Diese Fragen habe ich verschiedenen Personen gestellt, um überhaupt zu verstehen, wie junge Menschen und vielleicht auch du die aktuelle Situation empfinden und welche Dinge besonders belastend sind. Damit möchte ich dir auch zeigen, dass du mit deinen Gedanken, Sorgen und Gefühlen nicht alleine bist, und es den meisten genauso geht wie dir.

 „Ich mache dieses Jahr Abitur und finde es sehr schade, dass nichts stattfinden kann. Während der Oberstufe hat man sich immer auf die Abschlussfahrt o.Ä. gefreut, die jetzt ausgefallen ist.“ (Lisa, 17 Jahre) 

„Das Gefühl, die Jahre rennen irgendwie davon und mit 19 schmerzt das schon ein bisschen.“ (Clemens, 19 Jahre)  

„Ich habe einfach das Gefühl, ziemlich viel zu verpassen, was ich ansonsten gerade machen würde, was man nicht nachholen kann.“ (Lisa, 17 Jahre)

 Dass geplante Ereignisse, Veranstaltungen und Reisen ausfallen, beschäftigt uns und wir alle haben Angst etwas zu verpassen, was wir vielleicht nicht mehr nachholen können. Wir machen uns Sorgen um unsere Freunde und Familie und ärgern uns über die Menschen, die die Maßnahmen nicht ernst nehmen, da wir letztlich darunter leiden müssen. 

 „Die Zahlen gehen immer weiter hoch […] und man sieht immer wieder Menschen mit engem Kontakt ohne Maske. Das nervt mich persönlich sehr, da ich mich auch sehr gerne wieder mit meinen Freunden treffen würde.“ (Sophie, 17 Jahre)

„Ich habe natürlich schon auch ein bisschen Angst, dass noch irgendwer krank wird.“ (Tanja, 22 Jahre)

 Du siehst also, dass nicht nur du dir Gedanken machst - es ist vollkommen ok, auch negative Gedanken zu haben! Denn wir befinden uns in einer Ausnahmesituation und es ist nur menschlich, dass wir nicht jeden einzelnen Tag gut gelaunt sind und wir uns manchmal machtlos fühlen, weil wir nicht wissen wie es weitergeht. Wichtig ist nur, dass diese negativen Gedanken nicht überwiegen und du immer wieder an positiven Dingen festhalten kannst, die dir helfen können, aus der Spirale an negativen Gedanken herauszukommen. Deshalb war meine nächste Frage an meine Interviewpartner: “Was machst du, wenn es dir mal nicht so gut geht und wie findest du zu einer positiven Einstellung zurück?” Anhand dieser Antworten findest du nun meine 5 Tipps für mentales Wohlbefinden in der Corona Situation

 

1. Schaffe dir deine eigenen kleinen „Highlights“ und versuche, diese Momente besonders zu genießen 

 

Wir fühlen uns wohl und sind glücklich, wenn wir schöne Momente erleben. Momente und Erinnerungen, die wir auf Reisen, bei Ausflügen mit unseren Freunden, auf Veranstaltungen oder im Kreis der Familie sammeln. In der aktuellen Situation fällt es uns oft schwer diese Momente einzufangen und wir fühlen uns unausgelastet, unwohl und eingeschränkt in unserem Alltag durch die vielen Auflagen, welche Corona mit sich gebracht hat. Ich habe meine Interviewpartner trotzdem nach dem schönsten Moment ihres Tages gefragt und jeder konnte mir mindestens eine Situation nennen, in der sie/er glücklich war. 

 „Heute Morgen bin ich mit meiner Familie zum Frühstück picknicken gewesen. Das Wetter war sehr schön und man ist einfach mal etwas runtergekommen.“ (Lisa, 17 Jahre) 

„Ich habe heute ein Ostergeschenk bekommen, das war mein Highlight.“ (Christoph, 24 Jahre)

„Ein Spaziergang draußen und ein Eis.“ (Tanja, 22 Jahre)

„[Ich habe] mit meiner Familie gegrillt. Es war schön, mal an etwas anderes als Corona oder Schule zu denken und stattdessen zu essen, zu lachen und einfach die Sonne zu genießen.“ (Sophie, 17 Jahre)

„Wir haben online Brettspiele gespielt. Das war richtig lustig und hat richtig Spaß gemacht.“ (Christian, 24 Jahre)

 

Es ist wichtig, dass wir uns eigene kleine Highlights schaffen. Belohne dich mit einem besonders leckeren Abendessen oder einem Frühstück, mache einen Spaziergang oder ein Picknick außerhalb der Wohnung, oder verbringe Zeit mit deinem Haustier. Manchmal tut auch schon ein kurzer Austausch mit einem Freund oder einer Freundin gut und macht deinen Tag direkt viel schöner. Ein weiterer Tipp: probiere doch einmal etwas ganz Neues!

„Ich selber baue gerade einen VW Bus aus zum Camper. Das hält mich auch total auf Trapp.“ (Patrick, 24 Jahre)

„Ich habe im Lockdown viel gepuzzelt, ich habe versucht zu stricken und zu häkeln (auch wenn das nicht so gut funktioniert hat) und ich habe einige neue Bücher gelesen.“ (Sophie, 17 Jahre)

„Dinge [machen], zu denen man sonst keine Zeit hat. Es gibt ja super viele spannende Sachen, die jetzt auch auf Grund der digitalen Möglichkeit und des digitalen Angebots zur Option stehe, die man auch von zu Hause auch machen kann.“  (Patrick, 24 Jahre)

Ich bin über den Begriff „Alltagsinsel“ gestolpert und finde, dass dieser den ersten Tipp sehr gut zusammenfasst. Dadurch, dass wir uns jeden Tag ein Highlight schaffen, egal wie bedeutsam dieses für uns sein mag, schaffen wir uns selbst eine „Insel“, die uns Halt gibt. Integriere also bewusst besondere Momente in deinen Alltag, die dich glücklich machen. 

„Bewusst sich überlegen, was einem am Tag besonders Freude bereitet. Das kann der Tee in der Früh sein, den man trinkt. Verschiedene kleine Dinge, auf die man sich im Alltag freuen kann jeden Tag.“ (Tanja, 22 Jahre)

„Ich höre viel Podcasts. Unter anderem Gemischtes Hack.“ (Robin, 23 Jahre)

So werden auf einmal Situationen zu Highlights, die vielleicht früher „normal“ waren und du lernst diese zu schätzen und betrachtest sie nicht mehr als selbstverständlich. Hier noch ein kleiner Tipp am Rande von mir: Ich habe angefangen, schöne Momente aus meinem Alltag aufzuschreiben. Manchmal in meinem Handy und manchmal auf einem Blatt Papier. Und immer, wenn es mir mal nicht so gut geht, dann lese ich mir diese Momente durch und es geht mir direkt viel besser. Vielleicht möchtest du das ja auch einmal ausprobieren?

 

2. Mach dir bewusst, was du hast, und schätze auch die kleinen Dinge im Leben dankbar 

 

Haben wir negative Gedanken und Gefühle, dann sind diese sehr präsent in unserem Kopf und wir fühlen uns nur noch schlecht. Wir lassen keine positiven Gedanken mehr zu,  und versinken oft in negativen Gefühlen und sehen nur noch das Schlechte. Wenn du dich in einem solchen negativen Gedankenchaos befindest, versuch bewusst an die Dinge in deinem Leben zu denken, die schätzt und für die du dankbar bistdu hast und die vielleicht für jemand anders aktuell nicht selbstverständlich sind: Kannst du deinen Job aktuell normal ausüben? Ist deine Familie gesund, deine Freunde? Hast du Möglichkeiten, Sport zu machen, dich draußen zu bewegen? Ist es dir vielleicht noch möglich ein Hobby auszuüben?

 „Ich bin ziemlich dankbar, dass es mir im Vergleich zu anderen noch sehr gut geht. Bisher hatte ich keine Krankheitsfälle in der Familie, ich wohne bei meiner Familie und bin nicht alleine und niemand muss in meinem nächsten Umkreis um seine Existenz Angst haben.“ (Lisa T., 17 Jahre) 

„Ich verstehe mich gut mit meiner Familie, wir haben einen großen Garten, was im Lockdown oft geholfen hat, und niemand in meiner Familie ist bisher an Corona erkrankt.“ (Sophie B., 17 Jahre)

„Meine Oma und mein Papa sind seit kurzem geimpft. Ich durfte beide Male mit ins Impfzentrum und war begeistert von der Organisation und den vielen lieben, engagierten Menschen dort.“ (Carolin S., 25 Jahre)

„Dankbar für digitale Medien. Dass man einfach schnell einen Anruf machen kann.“ (Christian, 24 Jahre)

 Besonders in der Corona Zeit wird uns doch immer mehr bewusst, was wir alles als selbstverständlich gesehen haben. Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, dass wir lernen, auch die kleinen Dinge lernen wertzuschätzen und uns immer wieder bewusst machen, was wir trotz Corona alles machen können und auch wofür wir dankbar sind.

3. Betätige dich sportlich und power dich aus - am besten draußen an der frischen Luft. 

 Sich zum Sport zu motivieren ist oft gar nicht so leicht, dabei hat regelmäßiger Sport positive Auswirkungen auf deinen Körper und auch auf deinen Geist. Machen wir Sport, schüttet unser Körper unterschiedliche Hormone aus. Zum Beispiel das Glückshormon Dopamin. Dieses gibt uns während dem Sport genug Power, bringt uns die nötige Konzentration und sorgt dafür, dass wir währende dem Sport und auch danach ein positives Gefühl empfinden. Das Wohlfühlhormon Serotonin sorgt dafür, dass wir innerlich zufrieden sind und auch das Level des Stresshormons Cortisol wird durch sportliche Aktivitäten gesenkt.

 Am Anfang ist es manchmal schwierig sich zu motivieren und das ist auch okay! Allerdings hat es vermutlich noch nie jemanden gegeben , der sich nach einem Workout nicht stark und gut gefühlt hat. Und das alleine ist schon ein tolles Erfolgserlebnis!

Da habe ich zwar vorher eher wenig Motivation zu, ich merke aber im Nachhinein immer, wie gut es getan hat.“ (Lisa, 17 Jahre)  

„Einfach mal raus aus den vier Wänden, in denen man ja momentan doch sehr viel Zeit verbringt.“ (Tanja, 22 Jahre)

Sport hilft uns dabei den Kopf frei zu bekommen und bringt uns auf andere Gedanken oder lässt uns abschalten. Der Hormoncocktail, welcher also beim Sport ausgeschüttet wird, unterstützt dein mentales Wohlbefinden und lässt dich auch mit stressigen Situationen besser umgehen. Versuch dir eine Routine einzubauen und die Bewegung fest in deinen Alltag zu integrieren. Und vielleicht merkst du ja, wie dir Joggen gehen auf einmal sogar Spaß macht und wie gut dir der tägliche Spaziergang tut. :-) 

„Besonders angenehm finde ich es dann auszureiten, aber auch bei schlechtem Wetter hilft es mir, Zeit im Reitstall an der frischen Luft zu verbringen.“ (Lisa, 17 Jahre)

„Wenn die Sonne draußen ist, bin ich eigentlich auch fast immer gut gelaunt.“  (Robin, 23 Jahre)

Challenge dich doch einmal mal selbst und probiere vielleicht ein Yoga YouTube Video aus oder such dir einen Trainingspartner per FaceTime. Vielleicht brauchst du ein paar Anläufe, bis du etwas findest, dass dir Spaß macht und das zu dir passt - für diese Reise braucht es Offenheit und Geduld, die sich am Ende aber auszahlen wird. 

 

4. Bleibe in Kontakt mit deinen Freunden und deiner Familie

 

Mach dir immer wieder bewusst, dass du nicht alleine bist und suche dir Halt bei deinen Freunden und deiner Familie. Es ist wichtig, dass wir uns an die Corona Regeln halten und Ansammlungen und Treffen in Gruppen vermeiden, jedoch sollte niemand auf soziale Kontakte komplett verzichten müssen. Denn ohne ein soziales Umfeld fühlen wir uns einsam und verlieren uns sehr viel schneller in negativen Gedanken und die Situation belastet uns noch mehr.

„Mit Freunden und Familie zu telefonieren.“ (Tanja, 22 Jahre)

„Auch wenn man seine Kontakte eigentlich beschränken soll denke ich, dass sowas immer wichtig ist sich mit einem Freund zu treffen, reden zu können und einfach ein bisschen Normalität zu kriegen.“ (Clemens, 19 Jahre)

„Einfach die Lieblingslieder, die Playlist reinmachen und mitsingen so laut man kann. Am besten mit Partnerin, Kumpel oder Freundin.“ (Christoph, 24 Jahre)

Wer ganz auf persönliche Kontakte verzichten möchte, der kann sich auch digital mit Freunden, der Familie oder der Partnerin/dem Partner austauschen und organisiert vielleicht einen Spieleabend oder ein Krimidinner per Videochat. Wichtig ist, dass wir in Kontakt mit unserem Umfeld bleiben und uns auf keinen Fall zurückziehen.

„Ich denke, dass es dabei auch hilfreich ist, mal nicht die ganze Zeit über Corona oder damit einhergehende Themen zu reden, sondern das Thema mal für eine Weile zu „vergessen“.“ (Lisa, 17 Jahre)

„Man kann auch per ZOOM mit seinen Freunden quatschen.“ (Clemens, 19 Jahre)

5. Sprich darüber wie es dir geht  - du bist nicht alleine mit deinen Sorgen 

 

Für dich ist es wichtig, dass du dir eine Bezugsperson suchst, mit der du deine Sorgen und Gefühle teilen kannst. Wie ganz am Anfang bereits gesehen hast, machen wir uns alle Gedanken und jedem geht es an manchen Tagen nicht so gut. Ein offener Austausch sehr  wichtig, da wir uns so weniger mit unseren Sorgen alleingelassen fühlen - wir sind nicht alleine und können uns gegenseitig unterstützen!

„Die Situation ist belastend und das kann man ruhig zugeben. Ich denke, dass dann auch Gespräche mit Freunden oder Bekannten helfen, um Unterstützung zu bekommen und aufgemuntert zu werden, man kann nicht immer stark sein und alles an sich abprallen lassen.“ (Lisa, 17 Jahre) 

Man fühlt sich nicht mehr so alleine und bekommt neuen Mut.“ (Sophie, 17 Jahre)

Versuche deine Gefühle zu akzeptieren und verdränge sie nicht. Sei nicht zu hart mit dir selbst, wenn du mal wieder genervt von allem bist und einfach nur willst, dass Corona endlich vorbei ist. Wichtig ist, dass du deine Gefühle nicht unterdrückst, sondern sie zulässt, akzeptierst, und dir bewusst machst, dass sie wie Wolken am Horizont auch wieder vorbeiziehen werden. 

Du nimmst deinen negativen Gefühlen viel macht, indem du sie zum Thema machst. So kommst du auch auf neue Ideen und dein Gegenüber kann dir unter Umständen mehr dabei helfen als du denkst.“ (Carolin, 25 Jahre)

„Wenn es etwas gibt womit man alleine nicht klar kommt, dann muss man sich eben Hilfe holen. Wenn es wirklich erst wird, auch bei jemandem der das professionell macht.“ (Christian, 24 Jahre)

Ich hoffe, dass du in dem ein oder anderen Punkt eine kleine Stütze für dich finden konntest. Versuche, dich an den kleinen Dingen zu erfreuen, optimistisch zu bleiben, und schaffe dir Highlights. Ich bin mir sicher, dass wir diese schwierige Zeit zusammen durchstehen werden, wenn wir alle an einem Strang ziehen und uns gegenseitig unterstützen. 

Ich appelliere hier an dich: Wenn du merkst, dass es jemandem nicht so gut geht, dann versuche, der Person zu helfen und lass sie nicht alleine. Teile deine eigenen Tipps mit ihr und zeige ihr, wie sie sich positive Momente schaffen kann und dass es kein Zeichen von Schwäche ist sich Hilfe zu suchen. Und zu guter Letzt: Bringe auch dir selbst dieses Mitgefühl entgegen und gib auf dich Acht. Behandle dich selbst wie deinen besten Freund, deine beste Freundin und nimm auch du die Hilfe von Anderen an. 

Wenn Du einfach jemanden zum Reden brauchst oder etwas suchst, wo Du all Deine Gefühle einmal loswerden kannst, kannst Du selbstverständlich auch an krisenchat.de schreiben. Wir haben immer ein offenes Ohr und sind 24/7 für Dich da

 „Man soll sich denken, auch wenn es schwierig ist, dass man im Moment jetzt einfach nichts ändern kann und das Beste draus machen sollte und das auf jeden Fall wieder die Zeit kommt ohne Corona, auch wenn es vielleicht noch etwas dauern wird.“ (Clemens, 19 Jahre)

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