Stress in Corona-Zeiten: So bewahrst du einen kühlen Kopf

Keine Frage, das Corona-Jahr stellt viele vor unheimlich schwierige Aufgaben. Du kannst die Umstände zwar nicht ändern, aber du kannst in dieser Phase gut für dich sorgen.

Anna Seger

Corona hat unser aller Leben extrem durcheinandergewirbelt. Noch vor Kurzem durfte man plötzlich nicht mehr in die Schule gehen und viele Hobbys wurden stark eingeschränkt. Noch immer gelten Abstandsregeln und die Maskenpflicht. Nicht nur der Besuch der Großeltern ist um einiges komplizierter als früher, sondern auch das Treffen der eigenen Freundinnen und Freunde. Außerdem verbringen wir mehr Zeit zu Hause, haben weniger Platz, um uns aus dem Weg zu gehen, und erleben dadurch oft mehr Streit mit unserer Familie.

Zusätzlich plagen uns Ängste um unsere Zukunft und in unserem Kopf kreisen die unterschiedlichsten Gedanken: Wie soll ich den ganzen Schulstoff jemals wieder aufarbeiten? Wie lange hält mich das Corona-Virus noch vom Feiern und Spaß haben ab? Was, wenn ich mich anstecke? Wird mein Leben aufgrund der steigenden Zahlen jetzt wieder stärker eingeschränkt? Wann kann ich Oma und Opa wieder in den Arm nehmen?

Schon gelesen? Yoga als Entspannung

Dieses Jahr ist zweifellos ein sehr belastendes Jahr. Kinder und Jugendliche berichten aufgrund der Ausnahmesituation über ein hohes Stresslevel. Der Stress zeigt sich unter anderem durch erhöhte Gereiztheit, Einschlafprobleme und Kopf- oder Bauchschmerzen (siehe COPSY Studie, 2020).

Leidet man längere Zeit unter hohem Stress ist das sehr ungesund für unsere körperliche und psychische Gesundheit. Damit du deine Gesundheit und dein Wohlbefinden schützen kannst, gebe ich dir in diesem Beitrag Tipps gegen Stress an die Hand. Diese Tipps umzusetzen kostet dich nicht viel Zeit, sie können dein Wohlbefinden jedoch stark verbessern.

1. Nimm dir Zeit für dich

Nimm dir regelmäßig eine bewusste Auszeit von dem ganzen Trubel um dich herum. Ziehe dich an einen Ort zurück, an dem du ungestört bist und Ruhe finden kannst. Das kann beispielsweise dein Zimmer oder ein ruhiger Ort in der Natur sein. Lege dein Smartphone in dieser Zeit zur Seite und beschäftige dich einmal nur mit dir selbst. Du bist jetzt nur für dich und kannst einfach mal loslassen und entspannen.

Mein Tipp: Probiere mal eine geführte Meditation aus oder einfache Yogaübungen. Auf Youtube findet man zahlreiche kostenlose Anleitungen.

2. Pflege deine sozialen Kontakte

Soziale Kontakte mit Menschen, die uns guttun, sind ein ganz wichtiger Faktor für unser Wohlbefinden. Wenn du dich aufgrund von Corona nicht persönlich mit deinen Liebsten treffen kannst, dann finde andere Wege, um den Kontakt aufrechtzuerhalten. Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht zeigen der anderen Person, dass du an sie denkst und sie dir wichtig ist. Außerdem gibt es heutzutage ja zahlreiche weitere Möglichkeiten, sich virtuell zu treffen, wie beispielsweise Videoanrufe.

3. Lenke deine Gedanken auf das Positive

Unsere Gedanken beeinflussen sehr stark, wie es uns geht. Wenn du immer nur an negative Dinge denkst und bei allem, was dir begegnet, das Negative suchst, wird deine Stimmung automatisch schlecht sein. Konzentrierst du dich stattdessen auf das Positive, wirst du dich automatisch besser fühlen.

Mein Tipp: Schreibe jeden Abend auf, was an deinem heutigen Tag positiv war. Das können Kleinigkeiten sein wie das Zwitschern der Vögel oder die Sonnenstrahlen auf deiner Haut. So konzentrierst du dich mehr und mehr auf die schönen Dinge in deinem Leben. Sammel diese Zettel in einem Glas oder einer Schachtel. Wenn es dir einmal nicht so gut geht, kannst du dir dann alle Zettel durchlesen.

4. Sortiere deine Gedanken

Kennst du das Gefühl, wenn einem einfach alles zu viel wird? Du bist schlecht gelaunt und verzweifelt, weißt aber schon gar nicht mehr, warum eigentlich? Oft ist es nicht genau eine Sache, die uns stresst, sondern es sind viele verschiedene Sachen. In solchen Situationen ist es schwierig, einen Weg raus aus dem Stress zu sehen.

Mein Tipp: Nimm dir ein paar ruhige Minuten und schreibe einfach mal alles auf, was dich beschäftigt. Wenn du alles aufgeschrieben hast, überlegst du dir, welche Sache davon dich gerade am meisten belastet. Diese Sache packst du dann als Erstes an und versuchst, eine Lösung zu finden. Ist es beispielsweise der Streit mit deiner besten Freundin oder deinem besten Freund, dann wäre eine mögliche Lösung ein klärendes Gespräch. Nachdem du die erste Sache von deiner Liste gestrichen hast, überlegst du wieder, was dich jetzt noch am meisten belastet. Und so arbeitest du Punkt für Punkt von deiner Liste ab. Wenn du Hilfe bei der Lösungssuche brauchst, kannst du dich gerne bei krisenchat.de melden!

5. Bewege dich regelmäßig

Gerade jetzt, wo viele von uns sehr gestresst sind, bewegen wir uns auch noch weniger als sonst. So halten sich beispielsweise viele von uns mehr als sonst zu Hause auf. Um Stress abzubauen und sich wieder besser zu fühlen, sind Bewegung und Sport jedoch große Hilfsmittel.

Wenn du gerne Sport machst, dann ist das super und gut gegen Stress! Wenn Sport nicht so dein Ding ist, dann versuche einmal deine Alltagsbewegung hochzufahren. Gehe zum Beispiel kurze Strecken zu Fuß, anstatt in den Bus zu steigen, oder fahre mit dem Fahrrad. Du kannst auch einen ausgedehnten Spaziergang an der frischen Luft machen. Danach fühlt man sich oft erleichtert und voller neuer Energie.

6. Gönne dir ausreichend Schlaf

Schlaf ist das A und O für unsere Gesundheit. Schlafen wir zu wenig oder schlecht, kann sich unser Körper nicht gut erholen und wir können Stress weniger gut standhalten und werden krank.

Das Homeschooling hat vielleicht auch deinen Tagesablauf durcheinander gebracht. Man musste zu keinen festen Uhrzeiten aufstehen, hatte keinen festen Stundenplan, keinen Nachmittagstermin für Sport und so weiter. Umso wichtiger ist es, dass du dir jetzt wieder einen geregelten Tagesablauf mit festen Schlafenszeiten angewöhnst. Gehst du nämlich immer zu einer ähnlichen Uhrzeit ins Bett und stehst zu einer festen Uhrzeit wieder auf, gewöhnt sich dein Körper daran und du kannst erholsamer schlafen. Falls du schlecht einschlafen kannst, versuche mal dein Handy die letzte Stunde vor dem Schlafengehen beiseite zulegen und auf aufregende Nachrichten oder Filme zu verzichten. Schau stattdessen einen ruhigen Film, höre ein entspannendes Hörbuch, oder lies ein weniger aufregendes Buch.

Quelle:

https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html

In einer Krise?
Schreib uns.
Wir helfen dir!

Kostenlose Beratung rund um die Uhr für alle unter 25.
Kontaktiere uns auf WhatsApp und lass dir helfen.