Deine Cybermobbing Toolbox - So kannst du dich konkret wehren und schützen

Was kannst du tun, wenn dich jemand über die sozialen Medien belästigt? Hier erfährst du, wie du schnell handeln kannst, um dich zu schützen.

Konrad Bertram

Cybermobbing ist in Zeiten von Social Media omnipräsent. Unter vielen Videos finden sich Hasskommentare, Beleidigungen oder persönliche Abwertungen. In Chatgruppen wird sich über Einzelpersonen lustig gemacht oder Bilder ohne Zustimmung verbreitet.

Dieser Schattenseite des Internets zu entfliehen ist manchmal gar nicht so leicht. Durch die Angst, nichts verpassen zu wollen und einem gewissen Grad an Gewohnheit fällt es schwer, die Apps zu deinstallieren oder das Handy einfach mal ganz wegzulegen. Doch zusammen mit dem Handy trägt man auch all den digitalen Hass mit sich herum.

Da viele Jugendliche in solchen Pattsituationen sind, haben wir hier eine Übersicht für euch zusammengestellt, in der ihr erklärt bekommt, wie man auf verschiedenen sozialen Netzwerken Leute blockieren oder melden kann.

Whatsapp:

Fast jeder kennt es und nutzt es: Whatsapp. Laut einer Statistik aus dem letzten Jahr nutzen 97% der 18 - 29 Jährigen in Deutschland den Messenger.

Melden & Blockieren:

Als Weg sich zu wehren, bietet Whatsapp zwei Optionen. Man kann eine*n Nutzer*in melden oder blockieren. Wenn Du einen Kontakt blockierst, kann diese Person bzw. Nummer dir keine Nachrichten mehr schreiben oder dich über Whatsapp anrufen. Zudem kann die Person weder dein Profilbild noch deinen Status sehen. Das Blockieren lässt sich auch wieder rückgängig machen. Wenn du jemanden meldest, wird das Whatsapp-Team darüber benachrichtigt. Anschließend wird bei der Meldung überprüft, ob in dem Chat gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen wurde. Sollte das so sein, löscht das Whatsapp-Team den gemeldeten Account.

So funktioniert es: Du gehst auf den Chat mit der Person, drückst auf die Einstellungen des Chats (also die drei kleinen Punkte in der rechten oberen Ecke) und wählst “mehr” aus. Nun werden Dir die beiden Optionen “melden” und “blockieren” angezeigt. Beweise sichern: Neben dem Selbstschutz durch Melden oder Blockieren solltest Du auch Folgendes bedenken: Sollte es sich um besonders schwerwiegende Fälle von Cybermobbing handeln, ist es wichtig, dass Du Beweise sicherst, indem du zum Beispiel Screenshots von den Chats machst oder Sprachnachrichten und Bilder abspeicherst.

Mit diesen Beweisen in der Hand kannst du dich an eine erwachsene Vertrauensperson wenden und gegebenenfalls auch auf offiziellen Wegen dich gegen das Cybermobbing wehren.

Instagram

Instagram ist in Hinsicht auf melden und blockieren ähnlich wie Whatsapp, hat jedoch auch einige Extra-Optionen. Wenn Du auf ein Profil gehst, werden dir in der oberen rechten Ecke auch drei kleine Punkte als Einstellungen angezeigt. Klicke hier drauf, um dir die verschiedenen möglichen Aktionen anzeigen zu lassen.

Du hast folgende Optionen:

Einschränken: Wenn du eine*n Nutzer*in einschränkst, kann dieses Profil nicht mehr sehen, wann du online bist und ob Du die Nachrichten im Chat gelesen hast. Zudem werden Nachrichten dieser Person in Zukunft unter “Nachrichtenanfragen” aufgelistet Nutzer*in blockieren: Blockierte Nutzer*innen können deine Beiträge und Stories nicht mehr sehen. Sie werden auch nicht darüber benachrichtigt, dass du sie blockiert hast.

Nutzer*in melden: Wenn du jemanden auf Instagram meldest, musst du aus einer Liste an Optionen noch den Grund für die Meldung auswählen. Anschließend bearbeitet und überprüft Instagram die Meldung und benachrichtigt Dich etwas später (ein paar Tage manchmal), ob Konsequenzen für das gemeldete Profil folgen.

TikTok

Bei TikTok kannst Du Profile, Videos, Live-Videos, Kommentare und Nachrichten einfach und schnell melden. Hier wählst du dann auch einen Grund für deine Meldung aus. Dies kannst du auch tun, wenn Du selber keinen TikTok Account hast. Beim Melden kannst du zusätzlich Screenshots anhängen und in einem Freitextfeld deine Begründung spezifischer formulieren. Um eine Nachricht, ein Video oder einen Kommentar zu melden, musst du einfach länger auf den Kommentar etc. drücken. Anschließend erfolgt die Option des Meldens.

Snapchat

Wenn du jemanden bei Snapchat meldest, kann dir diese Person keine Bilder/Videos/Nachrichten mehr schicken und auch deine Story nicht mehr sehen. Im Fall von Belästigung, kannst du diese Person auch an Snapchat melden. Snapchat überprüft anschließend den Vorfall geprüft und der gemeldete Nutzer wird gegebenenfalls gelöscht.

Um eine*n Nutzer*in zu blockieren oder zu melden, musst du, ähnlich wie bei TikTok, einfach länger auf das Profil der Person drücken. Unter “Mehr” werden dann hier deine Optionen angezeigt.

Hoffentlich konnte dir diese Toolbox weiterhelfen und dich eventuell dazu ermutigen, gegen Hass und Mobbing im Netz vorzugehen. Und denke dran: Nur weil etwas in der digitalen Welt passiert, heißt das nicht, dass es nicht strafbar ist. Drohungen und Beleidigungen im Internet können genauso von der Polizei verfolgt werden, wie wenn dich jemand im echten Leben belästigt oder beleidigt.

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