Depressive Gefühle? Sieben Kurz-Tipps für dich und deine Gesundheit

Gerade in der aktuellen Corona-Zeit kann und darf es dir auch mal schlecht gehen - wir haben ein paar Tipps, wie du in dieser Situation auf dich achten kannst.

Michelle Zentner

Bevor du den Beitrag liest: Dieser Artikel enthält sensible Inhalte, die bei dir womöglich etwas auslösen oder anstoßen könnten.

Einen schlechten Tag haben, andauernd müde sein, ein Gefühl von Leere oder Traurigkeit.. Wer kennt das nicht? Wir alle kennen solche oder ähnliche Zeiten: Stress in der Schule oder Uni, Streit mit den Eltern oder Freunden, schlechtes Wetter und dann auch noch Abgabe eines Aufsatzes. Das nervt und ist anstrengend. Am liebsten wollen uns doch einfach nur ins Bett verkriechen und Netflix schauen! All diese Dinge und Gefühle sind ganz normal, solange sie nur zeitweise auftreten und die negativen Gedanken nicht überhand nehmen. Wenn doch könnte es sein, dass es sich um eine depressive Episode handelt. Und dann?

Depression? Was ist das überhaupt?

Während wir erwachsen werden, müssen wir viel durchstehen und meistern. Plötzlich stehen wir vor lauter Aufgaben und Problemen und wissen oft gar nicht so recht, wie wir das alles schaffen sollen. Dass es dann irgendwann zu viel wird und wir nicht mehr weiterwissen, ist völlig okay.

Schon gelesen? Der Weg aus der Depression

Wir alle hören es so oft im Alltag, Person x ist ständig so „depri“, aber was bedeutet das eigentlich genau? Eine Depression oder eine depressive Episode kann sich ganz unterschiedlich äußern und gehört neben den Angststörungen mit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendliche. Häufige Symptome können Antriebs- und Interesselosigkeit, Zukunftsängste und eine gereizte Stimmung sein. Oft fällt es Betroffenen schwer, wieder die positiven Seiten des Lebens zu sehen. Es fühlt sich an wie in einem Loch: dunkel, alleine und kein Licht am Ende zu sehen.

Ich glaube, ich leide unter depressiven Symptomen. Was mache ich jetzt?

Das wichtigste zu Beginn: eine Depression ist heilbar! Und das Anerkennen der Symptome ist oft der erste Schritt in Richtung Besserung. Hier ein paar Ideen, die dir helfen könnten:

#1 Bewegung, Bewegung, Bewegung

Bewegung tut gut und kann dir helfen, wieder aus dem Teufelskreis der Depression herauszukommen. Während dem Sport schüttet unser Körper verschiedene Hormone aus, sogar Glückshormone! Geh raus, mache deine liebstes Youtube-Workout, triff dich mit Freund*innen zu einem Spaziergang oder im Park. Bewege dich und tu dir dabei was Gutes. Vielleicht hast du sogar schon unseren Artikel zum Thema Yoga gelesen – ein Beispiel für eine Sportart, die für dich wohltuend sein kann.

#2 Reden hilft!

Ob mit Freund*innen, Familie, Lehrer*innen oder professionellen Helfer*innen: reden hilft und entlastet uns. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Es ist wichtig, dass du dich jemanden anvertrauen kannst und du ihr oder ihm von deinen Sorgen erzählen kannst. Ein gutes Gespräch kann total entlastend sein und du fühlst dich nicht mehr allein mit deinen Problemen. Wenn du das Gefühl hast, du kannst dich niemanden öffnen, kannst du dich auch 24/7 an unsere Krisenberater*innen wenden und deine Sorgen mit ihnen teilen.

#3 Ernähre dich bewusst

Gutes Essen ist wichtig und wirkt sich nachweislich auf unsere Stimmung aus. Daher ist eine ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Zufuhr von Wasser besonders dann wichtig, wenn es dir gerade nicht so gut geht.

Ab und zu darf es aber auch mal ein kleines Stück Schoki sein. Wusstest du, dass Schokolade Glücksgefühle in unserem Gehirn auslöst?

#4 Schlafen – es kommt auf das richtige Maß an

Schlaf ist wichtig für uns, wir schlafen, um gesund zu bleiben. Im Schlaf hat unser Kopf aber keine Pause. Wir verarbeiten Dinge, die wir tagsüber erlebt haben, träumen und planen vielleicht sogar unsere Zukunft.

Wichtig ist das Maß: Im Durchschnitt braucht der Mensch sieben bis acht Stunden Schlaf. Versuche zu möglichst regelmäßigen Zeiten ins Bett zu gehen und ausreichend Zeit für deinen Schlaf einzuplanen. Mal richtig schön ausschlafen darf natürlich auch sein, versuche trotzdem, nicht den ganzen Tag im Bett zu faulenz, sondern probiere es, einen geregelten Tagesablauf zu haben. Auch die Struktur kann dir gut tun!

#5 Den Blick aufs positive lenken

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Gerade in einer Depression kann es sehr schwer fallen, auch positive Dinge wahrzunehmen. Versuche jeden Abend mindestens eine positive Sache (z.B. ein nettes Lächeln einer anderen Person in der U-Bahn, ein gutes Gespräch, positives Feedback in der Schule etc.) aufzuschreiben und auch hin und wieder mal einen Blick auf deine Liste zu werfen.

Schon gelesen? Sei du selbst! So entdeckst du dein volles Potential

#6 Behalte das Ziel im Auge

Leider ist es bei einer Depression anders als beispielsweise bei einem gebrochenen Arm. Wie lange es dauert, bis du wieder ganz die oder der alte bist, ist schwer abzuschätzen. Das Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es dauert seine Zeit und Ausdauer. Mal gibt es bessere und mal schlechtere Tage. Wichtig ist, dass du dein Ziel im Auge behältst und an dich glaubst. Du kannst das schaffen, auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt!

#7 Hilfe holen und diese annehmen

Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Psycholog*innen oder Sozialpädagog*innen sind für dich da, haben ein offenes Ohr für dich und versuchen dir zu helfen. Auch wenn es Tage gibt, an denen du nicht mehr an dich glaubst, sie glauben stellvertretend an dich!

Wie du es aus dem Loch schaffst

Das wichtigste ist: das hier alles sind nur Ideen und Vorschläge. Was dir persönlich gut tut, kannst nur du entscheiden. Es ist wichtig, auf dich und deine Bedürfnisse zu hören. Wenn du nicht mehr weiter weißt oder das Gefühl hast, du schaffst es ohne professionelle Hilfe nicht mehr aus dem Loch heraus, dann ist es keine Schande, dir diese Hilfe zu holen.

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