Miriam Junge, warum ist es dir so wichtig, zu helfen?

In unserer Rubrik "drei Fragen an" sprechen wir kurz und knapp mit spannenden Persönlichkeiten über die Themen Krise und Hilfe. Dabei geht es auch um eigene Erfahrungen.

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Heute sprechen wir mit Miriam Junge. Die Psychotherapeutin und Autorin erzählt, wieso sie so gerne hilft und was sie an der gesellschaftlichen Wahrnehmung von psychischen Probleme stört. Dabei weist sie auch auf ein großes Problem hin.

1. Miriam, Wie gehst du persönlich mit Krisen um?

Ich nehme mir Raum und Zeit für mich, ziehe mich meistens ein bisschen zurück oder rede mit Freunden. Sobald ich aber merke, dass mir das nicht reicht, suche ich mir professionelle Hilfe – genauso wie jeder andere Mensch hoffentlich auch.

Aber ein Mittel meiner Wahl ist auf jeden Fall, ganz viele schöne Dinge in meinen Alltag einzubauen und mir bewusst zu machen, dass sich diese Krise irgendwann beheben wird. Das Leben besteht immer aus Höhen und Tiefen und nach jedem Tal kommt wieder ein sonniger Berg.

2. Warum ist es dir so wichtig, zu helfen?

Ich glaube, dass es wahnsinnig wichtig ist, vor allem in einer Gesellschaft, die sehr auf sich selbst bedacht ist und das soziale Denken und Miteinander gefühlt immer weniger wird.

Ich weiß auch aus meinem persönlichen Leben, dass Einsamkeit und Hilflosigkeit keine schönen Gefühle sind. Ich fand es immer sehr toll, wenn es Menschen gab, die mir geholfen haben. Deswegen bin ich sehr gerne ein Mensch, der anderen hilft und das Gefühl gibt, dass man nicht alleine ist und dass auf der Welt immer jemand ist, der einem helfen kann, wenn man zeigt, dass man Hilfe braucht.

3. Was stört dich in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von psychischen Problemen am meisten?

Mein größtes Problem ist, dass psychische Störungen immer noch sehr stigmatisiert sind. Menschen denken viel zu oft, dass Menschen mit Depressionen, Burnout, Ängsten etc. schwach sind oder sie selber Schuld, müde oder faul sind. Das ist ein Irrtum. Psychische Gesundheit ist nicht sichtbar. Das ist ein ganz großer Punkt, der unbedingt verändert werden muss.

Außerdem kann man psychische Störungen weder mit Schokolade noch einem „ruh dich mal aus“ heilen, sondern wirklich von einem Fach-Psychotherapeuten oder einem Mediziner behandeln lassen sollte, denn du gehst auch mit einem gebrochenen Arm oder Bein nicht zum Heilpraktiker. Also bitte keine alternative Medizin bei psychischen Erkrankungen.

Du möchtest mehr über Miriam Junge erfahren? Hier kannst du ihre Website besuchen.

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