Dauerstress in der Klausurenphase? Vier Tipps für mehr Gelassenheit

Während der Klausurenphase kämpfen viele mit der eigenen Überforderung. Wie übersteht man die stressige Zeit und erzielt dabei auch gute Ergebnisse?

Konrad Bertram

Jede*r Schüler*in, Auzubildene*r oder Student*in kennt es. Nachdem das Halbjahr eigentlich ganz entspannt gestartet ist, stehen plötzlich die Klausuren und Tests vor der Tür. Da in jedem Fach ja erst einmal genug Unterrichtsstoff gesammelt werden muss, um auch Inhalte zum Abfragen haben zu können, das Halbjahr jedoch auch nur begrenzt lang ist, häufen sich diese Tests, Arbeiten und Referate meistens in einem kleinen Zeitraum an. Diese drei bis vier Wochen im Halbjahr sind in der Regel die intensivste Zeit für Schüler*innen, Auszubildene oder Student*innen. Hier kommt es darauf an, den gelernten Stoff der letzten Wochen und Monate in Momentabfragen wiedergeben zu können. So werden die schriftlichen Halbjahresnoten effektiv innerhalb weniger Wochen generiert - ein immenser Stress, den jede*r in so einer Prüfungssituation nachvollziehen kann. Bei dem Blick auf den vollen Terminkalender, mit bis zu vier Leistungsabfragen pro Woche, kann einem schon schwummerig werden. Wie soll ich das denn schaffen? Um diesem Stress präventiv vorzubeugen und dafür zu sorgen, dass du die nächste Klausurenphase meisterst, habe ich einige Tipps zusammengestellt:

Tipp 1: Organisation, Organisation, Organisation

Was jetzt erst einmal langweilig klingt ist in meinen Augen das absolute Mittel zum Erfolg! Durch eine gute Strukturiertheit kannst du es schaffen, den Überblick zu behalten und die parallele Vorbereitung auf mehrere Tests etc. ohne Nervenzusammenbrüche hinzukriegen. Und das kann konkret so aussehen: Sobald du weißt, wann du eine Prüfung schreibst und was inhaltlich relevant ist, machst du dir einen genauen Plan, wann du was lernen beziehungsweise üben willst. Teile den Stoff in kleine Pakete ein, die du dann step-by-step abarbeiten kannst. Vermeide es, erst ein bis zwei Tage vor der Prüfung mit dem Lernen zu beginnen, sondern starte lieber eine Woche davor und investiere konstant ein wenig deiner Zeit. Sobald du den Stoff in besagte Pakete eingeteilt hast, legst du penibel fest, was du an welchem Tag erledigt haben willst. Ein Kalender oder eine To-do Liste sind dabei sehr hilfreich und erleichtern dir, den Überblick zu behalten.

Step by Step

Anstatt am Tag vor der Prüfung panisch vier Stunden zu üben, beginnst du nun früher und teilst das Lernpensum in Einheiten von 30-45 Minuten pro Tag ein. So schaffst du es, den scheinbar riesigen Berg an Stoff auf mehrere Tage aufzuteilen, an denen du konzentriert dein Lernziel abarbeitest, sodass du am Tag der Prüfung perfekt vorbereitet bist. Auch wenn dieses Vorgehen jeden Tag ein wenig Disziplin erfordert, wirst du merken, dass jeder Lernstoff in kleinen Schritten zu bewältigen ist. Die Tatsache, dass du früh mit dem Lernen anfängst, wird dir auch in den Tagen vor der eigentlichen Prüfung helfen, weniger gestresst zu sein. Schließlich weißt du, dass du mit deinem Plan auf dem richtigen Weg bist.

Tipp 2: Nutze die Zeit vor Ort

Fakt ist, du musst im Unterricht anwesend sein. Warum solltest du die Zeit nicht nutzen? Ich hatte in meiner Schulzeit immer den Gedanken: “Versuch das Thema im Unterricht zu verstehen, dann hast du zuhause weniger zu tun”. Klar ist, dass man natürlich nicht die ganze Zeit wie ein Schießhund aufpassen kann, sondern auch mal ab und zu mit dem/der Sitznachbar*in ein wenig plauschen muss. Grundsätzlich ist aber die Einstellung, die Zeit in der (Berufs-) Schule oder Uni zu nutzen um die Arbeit zu Hause zu minimieren eine, die dir mehr Freizeit verschafft und als hübschen Nebeneffekt noch eine gute mündliche Mitarbeit garantiert.

Tipp 3: Finde deinen persönlichen Lerntyp

Jede Person lernt ein wenig anders. Während manche primär übers Zuhören sich Stoff aneignen (auditiver Lerntyp), müssen andere die Dinge, die sie lernen wollen vor sich sehen (visueller Lerntyp). Andere müssen hingegen den zu lernenden Stoff im Gespräch mit Mitschülern oder Lehrern diskutieren (kommunikativer Lerntyp) oder etwas Praktisches zum anfassen haben, um sich Inhalte merken zu können (motorischer Lerntyp). Für eine effektive Vorbereitung ist es wichtig, dass du weißt, wie du am besten lernen kannst. Überlege dir, wie du dir Sachen am einfachsten merken kannst: Musst du sie mündlich erklärt bekommen, vor dir als Skizze sehen, mit anderen im Gespräch erörtern oder als praktisches Modell in den Händen haben? Im Internet findest du auch eine Bandbreite an Selbsttests, mit denen du für dich herausfinden kannst, welcher Lerntyp du am ehesten bist.

Zum Beispiel unter:

https://www.kapiert.de/lerntypentest/ https://funtests.philognosie.net/lerntypen/lerntypen-test-welcher-lerntyp-bin-ich https://www.fernstudium-bewertung.com/test/welcher-lerntyp-bin-ich

Tipp 4: Höre im richtigen Moment zu

Lehrer*innen wollen es dir in der Regel nicht unnötig schwer machen. Höre in den Stunden vor der Prüfung noch einmal genau zu und versuch ein wenig zwischen den Zeilen zu lesen, was vielleicht im Test abgefragt werden könnte und wo Schwerpunkte liegen könnten. Viele Lehrer*innen tendieren dazu, kurz vor dem Test oder der Klausur noch einmal wichtige Informationen zu geben, mit denen du die Breite des Lernstoffes einschränken kannst.

Zusätzlich solltest du dir bewusst sein, dass dein*e Lehrer*in meistens den Test konzipiert und daher schon einmal überlegen, ob er oder sie in den letzten Wochen nicht vielleicht ein bestimmtes Thema oder Frage vermehrt behandelt hat, oder vielleicht sogar einen Lieblingstypus Aufgabe hat. Durch ein bisschen common sense kannst du an dieser Stelle dir einen kleinen Vorteil verschaffen. ;)

Probier es aus

Auch wenn es natürlich schwer sein wird, all diese Tipps auf einmal umzusetzen, will ich dich ermutigen,wenigstens einen der vier genannten Ratschläge für dich auszuprobieren. Falls du trotzdem in Zeiten von intensiver schulischer Belastung das Gefühl hast, dass es einfach zu viel ist und du nicht mehr kannst oder weiter weißt, wende dich an unsere Krisenberater*innen unter krisenchat.de. Wir haben immer ein offenes Ohr für dich und deine Probleme!

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