Was sind meine Stärken?

Jeder von uns hat besondere Fähigkeiten. Birte Hennig erklärt, wieso es sich lohnt, diese Stärken zu fördern und gezielter anzuwenden.

Birte Hennig

Lass uns gleich mit einem Gedankenexperiment starten: Denke an einen Moment, wo du dich so richtig, richtig gut gefühlt hast - wo alles gestimmt hat - nichts gefehlt hat.

Na, hast du schon was gefunden? Vielleicht braucht es etwas länger, bevor dir etwas einfällt. Oft denken wir dabei viel zu groß, dabei kann es etwas ganz Kleines sein, wo wir uns großartig gefühlt haben.

Vielleicht ist es die Sonne, die so wunderbar in dein Zimmer scheint und alles in ein warmes, weiches Licht taucht. In dem Zimmer fühlst du dich gut aufgehoben und geborgen. Es kann natürlich auch was Großes sein - eine durchgetanzte Nacht mit Freunden, eine neue Bekanntschaft, die dir ein Kribbeln in den Körper gezaubert hat. Bestimmt fällt dir da etwas ein.

Kein Platz für negative Gedanken

Denke nochmal genau an die Situation - wie war das? Wie hat es sich angefühlt? Wie hast du dich gefühlt? Lass das Gefühl nochmal in dir entstehen und genieße es. Bestimmt hast du dich jetzt richtig gut und stark gefühlt - da war einfach kein Platz für negative Gedanken und Gefühle in dir, oder?

Resilienz

Wenn du deine Stärken kennst und anwenden kannst, baust du eine Resilienz auf. Hast du schon einmal das Wort “Resilienz” gehört? - es kommt aus dem lateinischen von resilire = abprallen, zurückspringen. Menschen bezeichnet man als resilient, wenn sie Stress, Druck, Frust und Rückschläge besser als andere Menschen bewältigen können.

Manche Menschen haben einfach viel davon. Du kannst Resilienz aber auch fördern lernen, wenn du dir deiner Stärken bewusst wirst.

Das innere Gespräch

Ist dir schonmal aufgefallen, dass du in dir drinnen fast ständig mit dir selber redest? Diese innere Stimme spricht oft nicht gerade positiv mit dir. Oft vergleicht sie dich mit anderen, die alles viel besser können. Das kann oft ganz schön anstrengend sein. Diese innere Stimme wird oft auch als dein “Innerer Kritiker” bezeichnet - weil die Stimme oft sehr kritisch ist.

Der innere Kritiker hat die Funktion, dich vor Gefahren zu schützen - es ist also gut, dass es ihn gibt. Oft ist seine Stimme jedoch viel zu stark und laut in uns - deshalb ist es immer wieder gut, dem inneren Gespräch positiven Inhalt zu geben.

Deine Stärken spüren

Mit dieser Übung kannst du ganz konkret deinen eigenen Stärke auf die Spur kommen und deinen inneren Kritiker leiser werden lassen. Schnapp dir Papier und Stift und lege los! Schreibe drei Sachen auf, die du richtig, richtig gut kannst. Auch hier: Denke nicht an die großen Sachen - klar, die sind auch toll, es können aber auch ganz kleine Sachen sein, wie z.B.: “Ich kann super Nudeln kochen!” Oder “ich gehe jede Woche fünf Mal zum Sport”. Wenn dir noch mehr als drei Sachen einfallen, noch besser.

Wenn du drei Sachen aufgeschrieben hast, dann suche dir die Stärke aus, die dir am meisten Freude bereitet und schreibe eine Lobrede auf diese Fähigkeit - trage richtig fett auf, wie toll du das machst.

Wenn du magst, kannst du diese Übung mit Freunden machen und jeder stellt dann den Anderen seine Fähigkeit vor.

Unsere Stärken fallen uns leicht

Das tolle an dieser Übung ist, dass wir unsere Stärken oft nicht als Stärken wahrnehmen, weil sie uns so leicht fallen. Wenn andere dann Sagen: “Wow, wie schaffst du das, fünf Mal die Woche Sport zu treiben?” Wenn du erzählst, wie du das schaffst, merkst du, was du da eigentlich schon Tolles kannst.

Deine Stärken sind das, was dir leicht fällt, dir guttut und dich selbstbewusster werden lässt. Wenn du deine eigenen Stärken kennst und lebst, fühlt sich dein Leben oft viel leichter an.

Da wo deine Stärken sind - da geht es lang.

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