Eher mutig oder vorsichtig - welcher Typ bist du?

Bist du schneller dazu bereit, Neues zu lernen oder musst du dich erst an eine neue Situation gewöhnen und bist vorsichtig? Wir unterscheiden hier zwischen zwei Typen.

Birte Hennig

Dir ist bestimmt schon aufgefallen, dass wir alle unterschiedlich reagieren, wenn es um Veränderung geht. Da gibt es diejenigen, die Veränderungen gerne annehmen für die es okay ist, das da was Neues im Leben passiert - da ist mehr Neugierde und Vorfreude. Oder diejenigen, denen Veränderungen schwerer fallen - Neues ist hier eher mit Unsicherheit und Angst verknüpft.

Jeder geht damit unterschiedlich um. Vielleicht hast du bei dir schon bemerkt, wie du auf Veränderungen reagierst. Eine ganz wunderbare Sichtweise darauf, wie du selbst oder deine Freunde mit Veränderungen umgehen ist zu schauen, ob du ein “weg von” oder ein “hin zu” Typ bist. Dabei gibt es keinen besseren oder schlechteren Typ - beide Sichtweisen haben ihre Vor- und Nachteile und beide Sichtweisen stecken in dir, sie sind jedoch unterschiedlich ausgeprägt. Mir macht es immer wieder Spaß zu schauen, wie ich selber oder mein Gegenüber so ticke - dadurch lerne ich immer mehr über mich selbst und kann mich besser auf unangenehme Situationen oder Veränderungen einstellen. Nun möchte ich dir die beiden Typen vorstellen.

Der “weg von Typ”

Der „weg von Typ“ klebt förmlich an seinem Ist - Zustand, kommt nicht so richtig von der Stelle. Ihm fällt es schwer, etwas zu verändern. Das kann z.B. eine Beziehung sein, aus der du dich nicht lösen kannst, obwohl du schon lange unglücklich in dieser Beziehung bist. Oder der Beruf erfüllt dich nicht. Morgens fällt es dir schwer dich überhaupt aufzuraffen, zur Arbeit zu gehen. Du willst da raus. Du magst nicht mehr so weitermachen. Alles fühlt sich schwer an, du fühlst dich unwohl. Die Situation ist kaum zu ertragen. Du spürst das ganz deutlich. Du leidest und bist unzufrieden. Aber du hast Schwierigkeiten, etwas zu ändern. Du kommst nicht ins Handeln. „Ich will hier weg, ich mag so nicht mehr weitermachen“, sagst du dir ständig. Du jammerst und nörgelst, nimmst aber keine konkreten Veränderungsschritte in Angriff.

Hier ist es wichtig, genau hinzuschauen und zu fühlen, ob die Situation gerade wirklich unerträglich ist, wieso du unzufrieden bist und wieso es dir so schwer fällt, etwas zu verändern. Dann gibt es noch eine andere Form.

Der “hin zu Typ”

Der „hin zu Typ“ hat auch einen nervenden Job - sieht sich aber Stellenanzeigen an, sieht Möglichkeiten und Perspektiven der Veränderung. Du hast gleich ein lebendiges Bild im Kopf, wie deine neue Arbeit aussieht. Neue Kollegen, ein neuer Ort - eine andere Tätigkeit. Dir fällt es somit leichter, die Situation zu verändern. Du bist bereit für Neues. Ähnlich sieht das auch bei einer Beziehung aus, die sich für dich nicht mehr richtig anfühlt. Sie ist zwar in die Brüche gegangen, bei all dem Verlust und Schmerz hast du aber schnell wieder einen anderen Menschen im Auge und gehst auf diesen auch zu. Du legst los und nimmst die Veränderungen gerne an. Du siehst in der Veränderung eine Chance, die du nutzen möchtest.

Die Vor- und Nachteile

Das klingt jetzt etwa so, als wäre der „hin zu Typ“ der leichtere, “bessere” im Vergleich zum „weg von Typ”. Jedoch sind beide Typen weder gut noch schlecht, sie haben bloß komplett unterschiedliche Einstellungen, die unterschiedlich stark da sind.

Der „weg von Typ“ steht für Stabilität und Sicherheit - er weiß, was er hat - das ist seine Basis. In einem Team ist er immer Derjenige, der auch das positive im “Jetzt - Zustand” sehen kann - das Rad muss nicht jeden Tag neu erfunden werden. Er tut sich mit Veränderungen schwer, braucht länger, bis er sich auf den Weg macht und eine neue Situation annehmen kann.

Der „hin zu Typ“ ist der Visionär - voller Ideen und Impulse - Veränderungen fallen ihm leicht, er kann schnell etwas neues denken und tun. Hier besteht jedoch die Gefahr, des zu schnellen Wechsels: “Dann mache ich halt was Anderes.” Vielleicht übersieht der “hin zu Typ” etwas positives an der aktuellen Situation und reagiert voreilig.

Die richtige Balance finden

Manche Dinge brauchen Zeit - eine Beziehung zum Beispiel bedeutet Wachstum, Kommunikation und Auseinandersetzung. Wenn man dann gleich die Beziehung beendet, läuft man vor der Auseinandersetzung davon und übersieht das Wachstum, das möglich ist. Auch eine neue Arbeit ist am Anfang schwierig - neue Aufgaben, neue Kollegen ein neuer Ort, da kann es schon zu Unwohlsein und Herausforderungen kommen. Da ist es dann wichtig, etwas geduldiger zu sein, ohne gleich den nächsten Job zu suchen. Es braucht Zeit und Mut, auch mit Frustrationen fertig zu werden. Die Flucht zu was neuem kann dann manchmal auch ein Drücken vor Wachstum und Auseinandersetzung sein. Es ist also wichtig, die richtige Balance zu finden und zu hinterfragen, damit du dich gut dabei fühlst.

Sieh es als Spiel

Es gibt eine Möglichkeit, wie du spielerisch mehr darüber erfahren kannst, zu welchem “Typ” du neigst. Du kannst dich selbst mal beobachten: Wann bist du ein „hin zu“ - wann ein „weg von Typ“? Wie wäre es, wenn du in der gleichen Situation genau den anderen Typen ausprobierst? Wie fühlt sich das an?

Interessant ist es auch, in Teams oder bei Freundschaften zu beobachten, welcher Typ da gerade aktiv ist - da kannst du viel lernen und dich manchmal auch gut entspannen wenn du merkst „ah, der ist gerade im “weg von Modus“. Das löst vermutlich den einen oder anderen Konflikt.

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