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Mobbing – wie kann ich es erkennen und was kann ich tun?

Kleinere Konflikte im Alltag kennt jeder. Sie sind völlig normal und gehören einfach dazu. Von außen betrachtet wirkt Mobbing oft genauso: Wie eine harmlose Stichelei. Das ist auch das Komplizierte daran.

Alice Lampe

Bevor du den Beitrag liest: Der Artikel enthält sensible Inhalte, die bei Dir womöglich etwas auslösen oder anstoßen könnten.

Auf den ersten Blick kann man Mobbing nur schwer erkennen. Täter sind oft gut darin ihr Handeln zu verstecken. In vielen Fällen sind die Lehrkräfte sogar sehr überrascht, wenn sie von Problemen mit Mobbing in ihrer Klasse hören. Aber wie kann man kleine Streitereien von Mobbing unterscheiden?

Wie lässt sich Mobbing erkennen?

In der Schule werden Betroffene oft lächerlich gemacht und wirken ängstlich oder hilflos vor der Klasse. Bei Gruppenarbeiten oder Mannschaftsspielen werden sie oft als letztes gewählt. Auch in der Pause stehen sie häufig alleine oder in der Nähe von Lehrern.

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Auch von zuhause aus kann man ein paar mögliche Anzeichen erkennen. Zum Beispiel, wenn die betroffenen Kinder und Jugendlichen selten zu Freunden oder zu Partys eingeladen werden. Auch Schulangst oder häufiges Klagen über Bauch- und Kopfschmerzen vor der Schule können mögliche Warnsignale sein. Oft verlieren die Betroffenen plötzlich das Interesse an ihren Hobbys oder allen Aktivitäten, die sich außerhalb des eigenen Zuhauses abspielen. Es kann sein, dass sie um mehr Geld bitten oder sogar welches klauen, da die Täter es von ihnen verlangen. Vor allem aber wirken betroffene Personen häufig sehr deprimiert und unglücklich, ziehen sich immer mehr zurück und igeln sich ein.

Was ist Mobbing eigentlich?

Mobbing lässt sich nicht dadurch definieren, was man von außen sieht. Es geht auch nicht darum was genau oder wie oft etwas passiert, sondern darum, wie sich die betroffene Person fühlt. Mobbing kann körperlicher, psychischer oder verbaler Natur sein und in allen möglichen Umgebungen stattfinden: in der Schule, am Arbeitsplatz oder auch online, in Form von Cybermobbing.

Schwerwiegende Folgen

Mobbing kann, aber muss nicht von außen sichtbar sein. Körperliche Folgen können blaue Flecken oder zerrissene Kleidung sein, die nicht zu erklären sind. Weitaus schlimmer sind zumeist aber die inneren Spuren, die das Mobbing hinterlässt.

Meist wird das Selbstbewusstsein massiv geschädigt. Die Betroffenen quälen sich oft mit Selbstzweifeln und dem Gefühl ganz allein auf der Welt zu sein. Häufig beziehen sie das „Problem“ erstmal auf sich. Das kann sogar in psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Ess-Störungen oder Angststörungen münden. Findet das Mobbing in der Schule statt, kann es zu Lernunlust und Schulangst kommen. Aber auch körperliche Folgen, wie Schlafstörungen, Kopf- und Bauchschmerzen Appetitlosigkeit sind möglich.

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Wie kommt es zu Mobbing?

Grundsätzlich kann man sagen, dass Mobbing kein individuelles Problem des Opfers oder Täters ist, sondern ein Gruppenprozess, welcher eskaliert ist. Betroffene haben häufig bestimmte Eigenschaften, die sie zu leichteren Opfern machen. Oft sind sie ängstlich oder überangepasst mit geringem Selbstwertgefühl und wirken besonders brav oder hilflos. Häufig genügt dann ein kleiner Konflikt, welcher das Mobbing auslösen kann. Auch bestimmte Merkmale, welche eine Person von der Mehrheit unterscheiden können Auslöser sein. Zum Beispiel ein anderer Sozialstatus, eine andere Sprache oder äußere Merkmale wie die Bekleidung.

Perspektivwechsel

Was bringt Menschen dazu, zu Mobbern zu werden? Oft sind die Täter selbst auch Opfer, zum Beispiel bei sich zuhause. Kinder und Jugendliche, die zu Mobbern werden, haben zuhause oft mit schwierigen Umständen zu kämpfen. Sie fühlen sich selbst schwach und hilflos. Das Mobben kann ihnen ein kurzzeitiges Gefühl von Macht verleihen und ihr mangelndes Selbstwertgefühl steigern. Zu Mitläufern werden Kinder und Jugendliche häufig aus Angst selbst zu Opfern zu werden. Sie machen lieber mit, als in Gefahr zu laufen, selbst gemobbt zu werden.

Was kann ich tun, um den Betroffenen zu helfen?

Wie kann ich helfen, wenn jemand in meinem Umfeld gemobbt wird? Erstmal ist es wichtig das Vertrauen der betroffenen Person zu erlangen. Betroffene trauen sich oft nicht sich Hilfe zu suchen, aus Angst, dass ihnen niemand glaubt oder sie nicht ernst genommen werden. Trau dich aktiv zu werden und Betroffene anzusprechen. Es ist wichtig zu signalisieren, dass man für die Betroffenen da ist und ihnen zuhört. Auch sollte man nichts ohne das Wissen der Person unternehmen, um das aufgebaute Vertrauen nicht wieder zu verlieren. Du kannst aber versuchen die betroffene Person dazu zu ermutigen, sich jemandem anzuvertrauen, z.B. einer Lehrkraft oder einem Familienmitglied. Es ist sehr wichtig die Lehrkraft miteinzubeziehen, damit sie helfen kann das Opfer zu schützen und die Täter in die Verantwortung zu ziehen. Sinnvoll ist es außerdem ein Mobbing Tagebuch zu führen, um später erklären zu können, wer was wann gemacht hat.

Der beste Schutz vor Mobbing ist allerdings ein starkes Selbstbewusstsein, welches durch Mobbing oft völlig zerstört wird. Rückhalt durch Familie und Freunde kann helfen, das wiederaufzubauen. Zeig der betroffenen Person also, dass du für sie da bist, hinter ihr stehst und sie nicht allein ist. So hat Mobbing keine Chance.

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